Zweiphasentherapie

Funktionelle Zweiphasentherapie

 

Unser Frühbehandlungskonzept basiert auf der funktionellen Zweiphasentherapie. Dabei nutzen wir die Stärken der zwei grundsätzlichen Therapiemöglichkeiten in der Kieferorthopädie: herausnehmbare Zahnspangen und festsitzende Zahnspangen zur funktionellen Feineinstellung der Zähne.

 

 

Erste Phase – Wachstumsbehandlung

 

Bei der Behandlung mit herausnehmbaren Zahnspangen, wie zum Beispiel dem Bionator, dem Hansa-Gerät oder dem Fränkel, handelt es sich um eine Wachstumsbehandlung. Es erfolgt die Einstellung der Kiefer bei Fehlwachstum. In dieser Behandlungsphase werden auch Fehlfunktionen der Muskulatur und „schlechte Angewohnheiten“ behandelt. Wir begleiten und behandeln Ihr Kind für mehrere Jahre in einer möglichst schonenden und wenig eingreifenden, technisch sehr zurückhaltenden Art und Weise. Die Tragezeiten der Spangen betragen bei aktiven Behandlungen 14 Stunden und sind durch das Alter der Patienten noch überwiegend in der Nacht unterzubringen. Wird das Wachstum nur noch begleitet, kann die Tragezeit auf nachts beschränkt werden oder eine echte Behandlungspause wird möglich.

 

Diese Behandlung ist nur im sogenannten Wechselgebiss möglich, das heißt, wenn noch nicht alle Milchzähne ausgefallen sind. Die Mitarbeit der Patienten ist in diesem Alter sehr gut und die Begeisterung für eine Zahnspange hoch.

Der Vorteil liegt zum einen darin, dass die Kiefer sich harmonisch entwickeln können und so das Ziehen bleibender Zähne oft verhindert werden kann. Zum anderen fördert es die natürliche Stabilität, da Zähne bereits an der richtigen Stelle im Mund durchwachsen können und eine korrekte Funktion von Zunge und Mundmuskeln unterstützt wird.

 

 

Zweite Phase – Feineinstellung

 

In der zweiten Phase erfolgt die Feineinstellung der Zähne mit der festen Zahnspange. In den meisten Fällen ist dieser Behandlungsschritt notwendig oder wünschenswert. Nur mit einer festen Zahnspange ist es möglich, Zähne in ihrer Achsenneigung, Drehung und Kippung richtig einzustellen. Diese perfekten Zahnstellungen sind für ein einwandfreies Zusammenspiel der Zähne von Ober- und Unterkiefer unerlässlich, gleichzeitig wird ein ästhetisch schöneres Aussehen erreicht.

 

Bevor wir feste Zahnspangen einsetzen, beurteilen wir das Kariesrisiko und die Mundhygiene. Grundsätzlich verwenden wir für das Einsetzen von Brackets und Bändern spezielle Kleber, die Fluoride an den Zahnschmelz abgeben. Zusätzlich versiegeln wir die bracketumgebenden Bereiche der Zähne. So kann eine Entkalkung der Schmelzoberfläche verhindert werden.

 

Durch die Vorbehandlung mit einer herausnehmbaren Zahnspange und die modernen Materialien, die zum Teil aus der Weltraumtechnologie stammen, dauert diese Behandlungsphase häufig nicht einmal ein Jahr! Das ist besonders vorteilhaft, da die Mundhygiene mit einer festen Zahnspange immer eine Herausforderung darstellt und die Patienten mit fortschreitendem Alter hinein in die Pubertät immer schwerer für eine Zahnspange zu begeistern sind.

 

Nach der aktiven Behandlungsphase (mit herausnehmbarer oder fester Zahnspange) ist es unbedingt notwendig, unser Behandlungsergebnis zu sichern und zu stabilisieren. Dies geschieht mit speziellen herausnehmbaren Zahnspangen oder mithilfe eines Drahtes, der auf der Innenseite der Ober- oder Unterkieferfront befestigt wird. Je nach Umfang der vorher notwendigen Kieferregulierung kann diese Haltephase von einem Jahr bis lebenslang nötig sein.